Das Bürgerprojekt Ansbacher Holzweg stellt Bäume und ihre prägende Kraft ins Zentrum

Bäume sind mehr als Luftreiniger und Schattenspender. Das wird besonders im Herbst deutlich, wenn sich durch die Laubfärbung ein prächtiges Schauspiel bietet, das von Gelb über Ocker und Orange bis zu Dunkelrot reicht. Dass Natur und Kultur prima zusammenpassen, meinen auch die Initiatoren des Ansbacher Holzweges, eines Bürgerprojekts, das die Stadt aus einem neuen Blickwinkel präsentieren will. Die Idee dazu entstand schon 2014 anlässlich der „Grünen Nacht“. Im Rahmen des Kulturevents, bei dem Fassaden und Gegenstände grün angeleuchtet werden, fragte die Junge Kunstschule bei der Landschaftsarchitektin Susanne Wolf nach einem Aktionsvorschlag. „Da ich bereits im Rahmen meiner monatlichen Pflanzenführungen Bäume in der Stadt thematisiere, lag die Idee einer Baumführung nahe“, erklärt sie. Aufgrund der guten Resonanz entwickelte sich der Impuls weiter bis zur Konzeption einer dauerhaften Einrichtung. „Weitere Interessierte arbeiteten mit und der Holzweg wurde zum offenen Bürgerprojekt mit vielen Akteuren“, berichtet Wolf. So folgten bald die Erstellung einer eigenen Website und Grafiken für die Tafeln, die fünfzehn der sechzehn Baumstationen des Holzweges näher beschreiben. Die Staatliche Berufsschule wurde gewonnen, um die Konstruktionen der Beschilderung zu fertigen, und das Betriebsamt baute die Infotafeln auf. Auch der Bund Naturschutz und die Stadt Ansbach beteiligten sich. 2015 wurde das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Umweltschutz mit dem Grünen Engel ausgezeichnet.

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Wer nicht so gut zu Fuß ist, für den bietet sich das TagesTicket Solo an. Dieses gilt für das gesamte Stadtgebiet Ansbach. Weitere Details finden Sie hier.


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In zwei Stunden durch die Innenstadt

Die Auswahl der Bäume für den Holzweg fiel der Naturliebhaberin nicht leicht. „Im Fokus stehen Naturdenkmäler und Bäume, die für die Stadtgeschichte und das Erscheinungsbild Ansbachs prägend sind“, erklärt sie. „Es wären noch viel mehr Bäume hervorzuheben, aber der Besucher soll entlang der Standorte eine interessante Runde durch die Innenstadt machen können.“ Dabei werden Naturinterpretationen in Form von Gedichten, Zitaten und Stadtgeschichte eingeflochten und der Baum als Individuum dargestellt. „Wir zeigen, was man tun kann, um Bäume am Leben zu erhalten, und was Bäume beeinträchtigt. Die Wahrnehmung des Baumes, an dem wir täglich unbedacht vorbeigehen, und die genaue Beobachtung seines optischen und ökologischen Wirkens soll die Werte des Baumes bewusst machen“, so Wolf. „Es ist zu kurz gedacht, Bäume als Mobiliar oder gar als Dekorationselemente zu betrachten. Einen 20-, 50-, 100-jährigen oder noch älteren Baum kann man nach einer Fällung zwar nachpflanzen, aber nicht ersetzen.“ Mittlerweile gibt es vier öffentliche Führungen pro Jahr, die etwa 1,5 Stunden dauern. Aber auch das eigenständige Begehen des Weges (Gesamtdauer knapp zwei Stunden) ist möglich und gewünscht. Dafür wurde sogar eine eigene App entwickelt, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Die ANgruenen-App liefert zusätzliche Informationen, die man auf den Infotafeln nicht findet.

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